Kriterien der Bewertung

Die Bewertung der Einzelhandelsvorhaben erfolgt anhand der folgenden Kriterien:

Quantitative Kriterien (Kennziffern)

  • Kennziffer 1: Verkaufsflächendichte je Warengruppe

    Als erste Kennziffer dient die Verkaufsflächendichte (in m² je Einwohner) der Gemeinde/Stadt je Warengruppe. Sie trifft eine Aussage über die Ausstattung der Gemeinde/Stadt in der jeweiligen Warengruppe. Es wird berechnet, wie sich die Verkaufsflächedichte der Gemeinde/Stadt durch die Realisierung des Vorhabens verändert. Die Bewertung erfolgt anhand der Durchschnittswerte des Betrachtungsraumes und der jeweiligen zentralörtlichen Funktion der Vorhabengemeinde.

  • Kennziffer 2: Verkaufsflächendichte als Hinweis auf Ausstattungsdefizite

    Ab einer bestimmten Verkaufsflächendichte (Einzelhandelsfläche in m² je Einwohner) ist eine Zentralität von über 100% zu erwarten. Diese weist auf die überörtliche Bedeutung des Standortes hin, was dazu führen kann, dass an anderen Standorten negative Auswirkungen hervorgerufen werden. Eine Zentralität von über 100% wird als erster Hinweis verstanden, eine detaillierte Prüfung des Vorhabens vorzunehmen. Eine Zentralität von unter 100% hingegen weist auf Kaufkraftabflüsse hin, die je nach der zentralörtlichen Funktion einer Gemeinde/Stadt hingenommen oder vermieden werden müssen.

  • Kennziffer 3: Anteil der Einwohner des Betrachtungsraumes im Verhältnis zum Anteil der Verkaufsfläche des Betrachtungsraumes

    In einem dritten Schritt wird der Anteil der Einwohner der jeweiligen Gemeinde (am gesamten Betrachtungsraum) ins Verhältnis zum Anteil der Verkaufsfläche am Betrachtungsraum gesetzt. Liegt der prozentuale Anteil der Verkaufsfläche über dem prozentualen Anteil der Einwohner, weist dies auf eine überdurchschnittliche Bedeutung und – ebenso wie eine Zentralität von über 100% – auf eine überörtliche Bedeutung hin. Dadurch können negative Auswirkungen an anderen Standorten hervorgerufen werden. Bei der Bewertung muss ebenso wie bei den Kennziffern 1 und 2 die zentralörtliche Funktion der jeweiligen Stadt oder Gemeinde berücksichtigt werden.

 

Qualitative Kriterien

  • Beitrag des Vorhabens zur Erhöhung der Zentralität der Region (Berücksichtigung der überörtlichen Bedeutung eines Vorhabens)
  • Beitrag des Vorhabens zur Schaffung angemessener Versorgungsstrukturen im periodischen Bedarf
  • Beitrag des Vorhabens zur Sicherung und zum Ausbau der zentralörtlichen Funktionen
  • Beitrag des Vorhabens zur Sicherung und Stärkung bestehender Handelslagen
  • Beitrag zur Sicherung der Nahversorgung